Katastrophenschutzübung „Familia Communalis“ am 3. und 4. Juli 2026
Verwaltungen, Notfalltreffpunkte und Katastrophenschutz-Leuchttürme proben den Ernstfall
Ludwigsburg. Wie gut sind Verwaltungen und Anlaufstellen für die Bevölkerung auf eine großflächige Schadenslage vorbereitet? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Katastrophenschutzübung „Familia Communalis“, die am Freitag, 3. Juli 2026, und Samstag, 4. Juli 2026, im Landkreis Ludwigsburg durchgeführt wird.
Landrat Dietmar Allgaier betont die Bedeutung solcher Übungen: „Die Erfahrungen aus den Krisen der vergangenen Jahre – insbesondere aus den Hochwasserlagen an Pfingsten 2024 – haben gezeigt, wie wichtig eingespielte Abläufe, funktionierende Kommunikationswege und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten sind. Mit der Übung ‚Familia Communalis‘ stärken wir unsere Fähigkeit, auch unter außergewöhnlichen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben und die Bevölkerung zuverlässig zu unterstützen.“
Die Übung ist als strategische Stabsrahmenübung konzipiert und fokussiert auf administrativ-organisatorische Abläufe und Entscheidungen und ist keine Blaulicht- oder Schauübung. Beteiligt sind 18 Städte und Gemeinden im Landkreis mit ihren kommunalen Krisenstäben. Parallel arbeitet der Verwaltungsstab des Landkreises Ludwigsburg als untere Katastrophenschutzbehörde. Im Verlauf der Übung werden zudem die Katastrophenschutz-Leuchttürme an ausgewählten Feuerwehrhäusern alarmiert und betrieben sowie Notfalltreffpunkte als Anlaufstellen für die Bevölkerung beübt.
Szenario: Orkan und flächendeckender Stromausfall
Ausgangslage der Übung ist eine schwere Orkanlage, die im Kreisgebiet erhebliche strukturelle Schäden verursacht. In der Folge wird ein flächendeckender Stromausfall angenommen, wodurch Kommunikationswege schrittweise ausfallen. Im Mittelpunkt steht daher insbesondere die Fähigkeit, Informationen auch unter erschwerten Bedingungen strukturiert auszutauschen und bei Ausfällen zeitnah auf alternative Kommunikationsmittel umzuschalten.
Übungsablauf an zwei Tagen
Die Stabsrahmenübung beginnt am Freitag, 3. Juli 2026, um 12 Uhr und läuft bis 18 Uhr. Anschließend wird die Übung unterbrochen und am Samstag, 4. Juli 2026, von 8 bis 12 Uhr lagegleich fortgesetzt. Während am Freitag zunächst die Bewältigung der Orkanfolgen und der Aufbau der Stabsarbeit im Vordergrund stehen, liegt der Schwerpunkt am Samstag auf den Auswirkungen des angenommenen Stromausfalls und der Aufrechterhaltung der Kommunikation.
Ergänzend beübt der Landkreis Ludwigsburg in der Nacht von Freitag auf Samstag den Aufbau und Betrieb einer Notunterkunft in der Groener Straße in Ludwigsburg. Für die beteiligten Städte und Gemeinden ist dieser Zeitraum übungsfrei.
Testwarnung über die NINA-App
Im Rahmen der Übung wird die Bevölkerung auch über die Warn-App NINA informiert. Zu Übungszwecken wird eine Warnmeldung versendet. Der Landkreis weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Meldung Teil der Katastrophenschutzübung ist. Für die Bevölkerung besteht kein Grund zur Sorge und es liegt keine reale Gefahrenlage vor.
Ziel: Handlungsfähigkeit auch in Ausnahmesituationen sichern
Ziel der Übung ist es, ein belastbares Lagebild auf Gemeinde- und Kreisebene aufzubauen und fortzuschreiben, strategische Entscheidungen nachvollziehbar zu treffen und zu dokumentieren sowie die Bevölkerung über niedrigschwellige Anlaufstellen zu unterstützen – auch dann, wenn gewohnte Kommunikationswege nicht mehr zur Verfügung stehen.
Der Landkreis Ludwigsburg bittet die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis für mögliche wahrnehmbare Übungsmaßnahmen und bedankt sich für das Interesse am Bevölkerungsschutz.
