Richard Duschek (1884 - 1959)

Maler, Zeichner, Illustrator

duschek
Richard Duschek (Quelle: Stadtarchiv Besigheim, S2-7-040) 

Richard Duschek wurde am 29. Mai 1884 als Sohn von Marie und Wenzel Duschek (geborene Bergmann) in Neugarten (heute: Zahrádky / Nordböhmen) geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Neugarten und bei seinem Großonkel in Haida (heute: Nový Bor / Nordböhmen). Er besuchte die Mittelschule und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Glasmaler. Nach dem Tod des Großonkels zog er 1900 zu seiner Mutter nach Berlin.

Er studierte an der Königlichen Akademischen Hochschule für Bildende Künste in Charlottenburg. Als Student einer Malklasse des Landschaftsmalers Friedrich Kallmorgen kam er 1915 erstmals nach Besigheim. Hier lernte er seine spätere (zweite) Ehefrau Olga Kullen kennen, die als Lehrerin an der Besigheimer Volksschule unterrichtete. Fortan verband ihn eine besondere Beziehung zur Stadt Besigheim, die er regelmäßig besuchte und die von 1943 an bis zu seinem Tod eine zweite Heimat werden sollte.

In den 20er und 30er Jahren gehörte Richard Duschek in Berlin zu den vielbeschäftigten Illustratoren und Pressezeichnern. Er arbeitete für bekannte Zeitschriften wie die „Leipziger Illustrierte Zeitung “ und „Die Gartenlaube“. Darüber hinaus illustrierte er eine Vielzahl von Büchern, vorwiegend für renommierte Verlage in Berlin, Leipzig und Stuttgart und stattete öffentliche Gebäude und Kasernen mit Wandgemälden aus. Als im August 1943 bei schweren Bombardements in Berlin sowohl seine Wohnung als auch sein Atelier zerstört wurden, floh er nach Besigheim.

In Besigheim stand Duschek vor einem schwierigen Neuanfang. Wie viele andere musste auch er sich nach dem Krieg eine neue Existenz aufbauen. Dabei half ihm die über Jahre gewachsene Verbundenheit mit der Besigheimer Bevölkerung. Kunst gegen Naturalien war ein für damalige Verhältnisse typisches Tauschgeschäft. In Besigheim schätzte man vor allem Duscheks humorvolle Zeichnungen von fröhlichen und sorgenfreien Menschen, die inmitten schöner Landschaften das Gefühl einer heilen Welt vermittelten. Besonders beliebt waren seine Stadtansichten: der Blick vom Niedernberg, die Vorstadt, die Neckarpartie, vor allem jedoch die Enzseite. Während Duschek malte und zeichnete, führte seine Frau Olga im Auftrag der Stadt Besigheim die Ortschronik und schrieb Artikel für die Stuttgarter Nachrichten und den Neckar- und Enzboten.

Richard Duschek, Besigheim, aus der Serie 6 Postkarten, um 1917 (Quelle: Stadtarchiv Besigheim, S6-14-002)

Die Stadt Besigheim übertrug ihm immer wieder grafische und gestalterische Aufgaben, so entwarf er 1950 das Winzerfestplakat, das jahrzehntelang aufgelegt und erst vor ein paar Jahren durch eine neue Variante abgelöst wurde. Er skizzierte auch den Bürgermeister aus der bekannten „Besigheimer Schultesgruppe“ mit seinem „saumäßiga, großa hooriga Rand um sein Huat“ und gestaltete fantasievolle Etiketten für Weinflaschen.  

Gemeinsam schufen Olga und Richard Duschek 1955 ein farbenfrohes Werbefaltblatt für die Stadt, das mit charakteristischen Motiven und wohlklingenden Worten Besucher aus Nah und Fern ins Städtle anzulocken wusste.

Richard Duschek starb am 16. Mai 1959 in Besigheim. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Alten Besigheimer Friedhof.

Leben und Werk des überaus beliebten und geschätzten Malers wurden 2009 anlässlich seines 50. Todestages mit einer umfassenden Retrospektive gewürdigt.