Susanne Duschek (1924 – 1983)

Susanne Olga Ursula Duschek wurde am 2. Juli 1924 in Berlin geboren. Sie war die Tochter des in Besigheim überaus geschätzten Malers und Illustrators Richard Duschek und dessen zweiter Ehefrau Olga, geborene Kullen, einer gebürtigen Besigheimerin, die als Autorin, Journalistin und Chronistin tätig war.

Ihre künstlerische Begabung hatte Susanne Duschek von ihrem Vater geerbt. Sie studierte an den Kunstakademien in Berlin und Dresden und folgte 1944 ihren Eltern nach Besigheim. Sie heiratete 1947 den Bauingenieur Horst Adelbert Bundschuh, von dem sie sich schon bald wieder trennte und scheiden ließ. In der Folgezeit variierte ihr Nachname (Duschek-Bundschuh, Bundschuh), wobei sie für sich selbst ihren Mädchennamen wählte und ihre Werke mit „Susanne Duschek“ bzw. „S.D.“ signierte.

Ihre künstlerische Vorliebe galt vor allem der Darstellung von Märchenmotiven. Hier konnte sie ihren Stil, der verspielt und naiv wirkte, besonders gut zur Geltung bringen. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Buchillustrationen. Sie veröffentlichte 1946 „Ein Märchenbuch“ in Einzelblättern und illustrierte unter anderem „Das Hutzelmännlein“ von Eduard Mörike für den Thomas Verlag (Kempen, 1949). Darüber hinaus malte sie den Sitzungssaal der Industrie- und Handelskammer in Ludwigsburg aus und das Kinderheim der Salamander-Schuhfabrik in Kornwestheim.

In Besigheim erhielt Susanne Duschek im Sommer 1953 den Auftrag, die beiden Eingangshallen des damals neu entstandenen Mittelbaus der Volksschule auszumalen. Sie wählte für das obere Stockwerk das Thema „Vier Jahreszeiten“ und für das untere drei Volksliedermotive. Ihre fröhlich-heiteren Darstellungen (unter anderem mit Leiterwagen, Puppenwagen, Kreiselspiel, Lampionumzug und verschiedenen Tiermotiven) erinnerten bis zum Abriss des Gebäudes (2023) an die Kindheit der frühen 50er Jahre und griffen spielerisch die Frage auf, wie Großeltern als Kinder gelebt hatten.

Zeitzeugenberichten zufolge war Susanne Duschek eine geistvolle, lustige und charmante Person. Ihre letzten 15 Lebensjahre verbrachte sie schwer krank im Alten- und Pflegeheim in Freudental, wo sie am 19. August 1983 starb.

Susanne Duschek: Vier Jahreszeiten. 1953. 
(Quelle: Stadtarchiv Besigheim S4-B-0128, Fotografie Dietmar Strauß, Besigheim, 2022)